Gesetzliche Rente berechnen

Rentenformel Schritt für Schritt erklärt: So berechnest du die gesetzliche Rente

Nutze vorhandene Rentenpunkte, Einkommen und weitere Arbeitsjahre für eine schnelle Schätzung deiner gesetzlichen Monatsrente.

Die Renteninformation ist der beste Startpunkt

Wenn du bereits eine Renteninformation hast, findest du dort deine bisherigen Rentenpunkte und Prognosewerte. Für eine schnelle Orientierung kannst du diese Werte hier mit weiteren Arbeitsjahren und eigenen Annahmen fortschreiben.

Trage vorhandene Punkte, weitere Arbeitsjahre, beitragspflichtiges Jahresbrutto und dein Ziel-Einkommen ein. Das vorläufige Durchschnittsentgelt 2026 und der Rentenwert ab Juli 2026 sind mit Quelle und Stand fest hinterlegt.

Wichtig: Das Ergebnis ist kein amtlicher Rentenbescheid und keine Rentenberatung. Die Beitragsbemessungsgrenze wird bei den künftigen Entgeltpunkten berücksichtigt. Sonderzeiten, Abschläge, Steuern und Krankenversicherung können stark abweichen.

So funktioniert die vereinfachte Rechnung

  1. Vorhandene Rentenpunkte aus deiner Renteninformation eintragen.
  2. Weitere Jahre und beitragspflichtiges Einkommen schätzen.
  3. Ziel-Einkommen für die mögliche Rentenlücke eintragen.
  4. Monatsrente und mögliche Rentenlücke als Orientierung lesen.

Faktencheck: gesetzliche Rente in Zahlen 2024

Nach § 64 SGB VI lautet die Rentenformel: Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert. Ein Beispiel für eine reguläre Altersrente ohne Zu- oder Abschläge: 40 Entgeltpunkte × 1,0 Zugangsfaktor × 1,0 Rentenartfaktor × 42,52 € aktueller Rentenwert ergeben 1.700,80 € Bruttorente pro Monat. Ein vorgezogener Rentenstart verändert den Zugangsfaktor; eine andere Rentenart kann den Rentenartfaktor verändern.

Die Formel hilft beim Einordnen, ersetzt aber nicht deine Renteninformation. Wer viele Jahre Teilzeit gearbeitet hat, Kinder erzogen, Angehörige gepflegt
Pflegebedarf einschätzen und den passenden Pflegegrad ermitteln.
oder Phasen ohne Pflichtbeiträge hatte, kann deutlich anders liegen. Umgekehrt kann ein höheres beitragspflichtiges Einkommen über viele Jahre mehr Entgeltpunkte bringen, solange die Beitragsbemessungsgrenze nicht greift.

Der Rechner nutzt das vorläufige Durchschnittsentgelt 2026 und den Rentenwert ab Juli 2026 als feste amtliche Rechengrößen. Quelle und Stand sind direkt am Rechner angegeben; deine persönlichen Eingaben bleiben vorhandene Punkte, weitere Arbeitsjahre, Jahresbrutto und Ziel-Einkommen.

Inflation und gesetzliche Rente

Eine Monatsrente ist nur dann aussagekräftig, wenn du sie mit Preisen vergleichst. Die gesetzliche Rente wird zwar regelmäßig angepasst, aber deine persönliche Kaufkraft hängt von Miete, Energie, Gesundheit, Pflegebeiträgen und allgemeiner Inflation ab. Bei zwei Prozent jährlicher Preissteigerung entspricht ein heutiger Bedarf von 2.500 Euro nach 25 Jahren grob 4.100 Euro nominal.

Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht Preisstatistiken und Verbraucherpreisreihen, die für solche Szenarien genutzt werden können. Quelle: Deutsche Bundesbank, Konjunktur- und Preisstatistiken, abgerufen am 28.05.2026: Bundesbank Preisstatistik. Deshalb reicht es nicht, nur die gesetzliche Rente zu berechnen. Du solltest zusätzlich prüfen, ob dein Zielbudget im Ruhestand in heutigen Werten oder in künftigen nominalen Werten gemeint ist.

Praxisbeispiele für die Rentenformel

Geringverdiener: 22 vorhandene Punkte und 12 weitere Jahre mit 0,67 Punkten pro Jahr ergeben rund 30 Punkte und mit dem fest hinterlegten Rentenwert rund 1.277 Euro gesetzliche Monatsrente. Die wichtigste Prüfung ist hier, ob alle Versicherungszeiten erfasst sind.

Durchschnitt: 28 vorhandene Punkte und 15 weitere Jahre mit 1 Punkt pro Jahr ergeben rund 43 Punkte und mit dem fest hinterlegten Rentenwert rund 1.828 Euro gesetzliche Monatsrente. Bei einem Ziel-Einkommen von 2.600 Euro bleibt eine Lücke von rund 772 Euro vor privater Vorsorge.

Gutverdiener: 35 vorhandene Punkte und 12 weitere Jahre mit 1,5 Punkten pro Jahr ergeben rund 53 Punkte und mit dem fest hinterlegten Rentenwert rund 2.254 Euro gesetzliche Monatsrente. Auch hier kann eine Lücke entstehen, wenn der heutige Lebensstandard deutlich höher liegt.

Das BMAS beschreibt die Formel der Rentenberechnung mit Entgeltpunkten, Zugangsfaktor, Rentenartfaktor und aktuellem Rentenwert. Quelle: BMAS, Rentenberechnung, abgerufen am 28.05.2026: BMAS Rentenberechnung.

Häufige Stolperfallen

  • Die Formel zu glatt rechnen: Durchschnittliches Einkommen über alle Jahre ist selten realistisch.
  • Abschläge vergessen: Vorzeitiger Rentenbeginn kann den Zugangsfaktor dauerhaft senken.
  • Sonderzeiten ignorieren: Kindererziehung, Pflege, Ausbildung und Arbeitslosigkeit können den Verlauf beeinflussen.
  • Bruttorente mit verfügbarem Einkommen verwechseln: Beiträge und mögliche Steuern gehören in die Budgetplanung.
  • Nur eine Zahl speichern: Gute Planung braucht mehrere Szenarien, nicht nur eine optimistische Hochrechnung.

Schritt für Schritt zur eigenen Berechnung

  1. Trage vorhandene Entgeltpunkte aus deiner Renteninformation ein.
  2. Schätze weitere Arbeitsjahre und beitragspflichtiges Jahresbrutto.
  3. Der Rechner leitet künftige Entgeltpunkte aus dem fest hinterlegten Durchschnittsentgelt ab und deckelt sie an der Beitragsbemessungsgrenze.
  4. Die Gesamtpunkte werden mit dem fest hinterlegten aktuellen Rentenwert multipliziert.
  5. Rechne danach die Rentenlücke gegen dein Zielbudget.
  6. Vergleiche Frührente separat mit dem Rente-mit-63-Rechner.

5 Strategien für eine bessere Rentenplanung

  1. Versicherungsverlauf klären: Lücken früh prüfen und bei der DRV korrigieren lassen.
  2. Private Vorsorge ergänzen: ETF, bAV, Riester oder Rürup im Altersvorsorge-Rechner nebenstellen.
  3. Produktkosten prüfen: Stiftung Warentest sammelt Informationen zu Altersvorsorgeprodukten. Quelle: Stiftung Warentest, abgerufen am 28.05.2026: test.de/Altersvorsorge.
  4. Rentenpunkte verstehen: Der Rentenpunkte-Rechner zeigt, wie Einkommen und Beitragsjahre zusammenhängen.
  5. Weiterführende Ratgeber nutzen: Siehe Nort zur Rentenlücke, zum Rentenrechner-Hub, zur Aktivrente 2026 und zum Aktivrente-Rechner.

Wann die vereinfachte Formel nicht mehr reicht

Die vereinfachte Formel ist gut, um Größenordnungen zu verstehen. Sie reicht nicht aus, wenn du kurz vor dem Rentenstart stehst, freiwillige Beiträge planst, längere Auslandszeiten hast, eine Erwerbsminderungsrente im Raum steht oder mehrere Altersvorsorge-Systeme zusammenkommen. Dann solltest du mit der Rentenauskunft, dem Versicherungsverlauf und den Unterlagen zu Betriebsrente oder Versorgungswerk arbeiten.

Prüfe außerdem, ob der geplante Rentenbeginn den Zugangsfaktor verändert. Ein vorzeitiger Start kann die gesetzliche Rente dauerhaft senken; ein späterer Start kann anders wirken. Für Altersgrenzen, Rentenarten und Voraussetzungen stellt das BMAS eine Übersicht bereit. Quelle: BMAS, Altersrenten, abgerufen am 28.05.2026: BMAS Altersrenten.

Für die Alltagsperspektive ist die letzte Rechnung immer ein Haushaltsbudget: Welche Ausgaben bleiben sicher, welche sinken, welche steigen? Gesetzliche Rente ist ein zentraler Baustein, aber erst zusammen mit privater Vorsorge, Wohnsituation und Kaufkraft wird daraus eine brauchbare Ruhestandsplanung. Sinnvoll ist, den Betrag jährlich neu zu speichern, damit Gehaltsänderungen, neue Rentenwerte und private Sparraten nicht durcheinandergeraten. So bleibt nachvollziehbar, welche Annahme die Prognose verändert hat und welche Entscheidung daraus folgen soll. Das ist besonders hilfreich, wenn mehrere Szenarien parallel laufen.

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